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KI-Strategie im Mittelstand: Die ersten 90 Tage effektiv gestalten

Kurz gesagt: Die ersten 90 Tage einer KI-Strategie im Mittelstand konzentrieren sich auf die Bestandsaufnahme, die Definition von Zielen und die Identifizierung erster Anwendungsfälle. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Geschäftsführung, IT, Fachabteilungen und einer externen KI-Beratung, ist essenziell. Am Ende der 90 Tage sollten eine priorisierte Roadmap, ein Risikoprofil und ein konkreter Pilotprojektvorschlag vorliegen.

Die Implementierung einer Künstlichen Intelligenz (KI) erfordert im Mittelstand eine strategische Herangehensweise. Ein planvoller Start ist entscheidend, um Potenziale zu nutzen und Risiken zu minimieren. Dieser Artikel skizziert die wesentlichen Schritte, die Beteiligten und die angestrebten Ergebnisse für die ersten 90 Tage einer KI-Strategie.

Welche Schritte sind in den ersten 90 Tagen notwendig?

Die ersten 90 Tage gliedern sich in drei Phasen, die jeweils etwa 30 Tage umfassen:

  • Phase 1 (Tage 1-30): Bestandsaufnahme und Sensibilisierung. Hier erfolgt eine umfassende Analyse der aktuellen Geschäftsprozesse und der vorhandenen Dateninfrastruktur. Es wird evaluiert, welche Prozesse durch KI optimiert werden könnten und welche Datenquellen nutzbar sind. Gleichzeitig findet eine Sensibilisierung der Führungsebene und relevanter Mitarbeiter für die Potenziale und Herausforderungen von KI statt. Erste Schulungen zur KI-Literacy können hier ansetzen, auch unter Berücksichtigung der ab dem 2. Februar 2025 geltenden Schulungspflichten (Art. 4 EU AI Act).
  • Phase 2 (Tage 31-60): Potenzialanalyse und Anwendungsfall-Identifikation. In dieser Phase werden konkrete Problemstellungen und Optimierungspotenziale identifiziert, die durch KI adressiert werden können. Es werden erste Anwendungsfälle definiert und deren potenzieller Business Value sowie die technische Machbarkeit grob abgeschätzt. Eine erste Risikoanalyse im Hinblick auf den EU AI Act, insbesondere bezüglich potenzieller Hochrisiko-Systeme (Anhang III), sollte erfolgen.
  • Phase 3 (Tage 61-90): Strategie-Entwurf und Roadmap-Erstellung. Basierend auf den Erkenntnissen der ersten beiden Phasen wird ein erster Entwurf der KI-Strategie erstellt. Dieser beinhaltet eine Priorisierung der Anwendungsfälle, eine grobe Roadmap für die Umsetzung der ersten Pilotprojekte und eine Definition der benötigten Ressourcen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Einhaltung regulatorischer Anforderungen, da ab dem 2. Februar 2025 verbotene Praktiken (Art. 5) und ab dem 2. August 2025 Pflichten für General Purpose AI (GPAI) gelten.

Wer muss an der Entwicklung der KI-Strategie beteiligt sein?

Eine erfolgreiche KI-Strategie erfordert ein interdisziplinäres Team. Folgende Rollen sind essenziell:

  • Geschäftsführung/Vorstand: Verantwortlich für die strategische Ausrichtung, Budgetfreigabe und die Verankerung der KI-Initiative in der Unternehmensvision.
  • IT-Leitung/CIO: Zuständig für die technische Machbarkeit, Dateninfrastruktur und die Integration von KI-Lösungen in die bestehende Systemlandschaft.
  • Leiter relevanter Fachabteilungen: Bringen das Prozess- und Domänenwissen ein, identifizieren konkrete Problemstellungen und bewerten den Nutzen von KI-Anwendungen.
  • Datenschutzbeauftragter: Gewährleistet die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben (DSGVO) und berät bezüglich des EU AI Act.
  • Externe KI-Beratung: Bringt Expertise in KI-Technologien, Strategieentwicklung und regulatorischen Anforderungen ein. Eine solche Beratung, wie sie beispielsweise von KI Partners angeboten wird, ist oft über Förderprogramme wie BAFA, ISB RLP, go-digital oder Digital Jetzt anteilig bezuschussbar. Für weitere Informationen zu unseren Leistungen besuchen Sie bitte unsere Leistungsübersicht.

Welche Ergebnisse sollten nach 90 Tagen vorliegen?

Am Ende der ersten 90 Tage sollten konkrete und verwertbare Ergebnisse vorliegen, die als Basis für die weitere Umsetzung dienen:

  • Priorisierte Liste von 3-5 potenziellen KI-Anwendungsfällen: Diese sollten nach Business Value, Machbarkeit und Risiko bewertet sein.
  • Grober Entwurf einer KI-Roadmap für die nächsten 12-18 Monate: Diese skizziert die Reihenfolge der Umsetzung der identifizierten Anwendungsfälle.
  • Erste Risikoanalyse und Compliance-Check: Eine Einschätzung, welche der identifizierten Anwendungsfälle unter den EU AI Act fallen könnten, insbesondere im Hinblick auf Hochrisiko-Systeme, deren Governance-Pflichten ab dem 2. August 2026 gelten.
  • Konkreter Vorschlag für ein Pilotprojekt: Ein klar definierter Anwendungsfall, der in den folgenden Monaten umgesetzt werden kann, um erste Erfahrungen zu sammeln.
  • Dokumentation der aktuellen Datenlandschaft und benötigter Daten: Eine Übersicht über vorhandene und noch zu beschaffende Datenquellen.
  • Definition von Key Performance Indicators (KPIs): Metriken zur Erfolgsmessung der KI-Initiative.

Wie wird der EU AI Act in den ersten 90 Tagen berücksichtigt?

Der EU AI Act ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und muss von Beginn an in die Strategieentwicklung integriert werden. Bereits in den ersten 90 Tagen sind folgende Aspekte relevant:

  • Sensibilisierung für verbotene Praktiken (Art. 5): Diese gelten seit dem 2. Februar 2025. Es muss sichergestellt werden, dass keine der geplanten KI-Anwendungen in diesen Bereich fällt. Bussgelder können bis zu 35 Mio. EUR oder 7% des weltweiten Jahresumsatzes betragen.
  • Erste Einschätzung von GPAI-Pflichten: Ab dem 2. August 2025 gelten Pflichten für General Purpose AI (GPAI). Bei der Auswahl von Basismodellen muss dies berücksichtigt werden.
  • Identifikation potenzieller Hochrisiko-Systeme: Schon in der Anwendungsfall-Identifikation sollte geprüft werden, ob ein System als Hochrisiko-System nach Anhang III oder als Teil regulierter Produkte nach Anhang I eingestuft werden könnte. Die Governance-Pflichten für Anhang III gelten ab dem 2. August 2026, für Anhang I ab dem 2. August 2027. Verstösse können Bussgelder von bis zu 15 Mio. EUR oder 3% des Jahresumsatzes nach sich ziehen.
  • Planung der AI Literacy Schulung: Die Schulungspflicht (Art. 4) gilt seit dem 2. Februar 2025. Eine Planung, wie diese im Unternehmen umgesetzt wird, sollte begonnen werden. Ein KI-Kompetenz-Zertifikatskurs kann hier eine Lösung bieten.

Welche Rolle spielt die externe Beratung in dieser Phase?

Eine externe KI-Beratung kann den Mittelstand in den ersten 90 Tagen signifikant unterstützen. Sie bringt nicht nur technisches Know-how und Branchenerfahrung ein, sondern auch eine objektive Perspektive. Die Beratung kann bei der Durchführung der Bestandsaufnahme, der Potenzialanalyse und der Erstellung der Roadmap helfen. Insbesondere bei der Einschätzung der regulatorischen Anforderungen des EU AI Act und der Identifikation von Risiken ist externe Expertise wertvoll. Sie kann auch bei der Moderation von Workshops und der Abstimmung zwischen verschiedenen Abteilungen unterstützen, um einen konsistenten Strategieentwurf zu gewährleisten. Ein kostenloses EU AI Act Audit kann hier einen ersten Überblick verschaffen.

Häufige Fragen

Was ist das wichtigste Ziel der ersten 90 Tage einer KI-Strategie?

Das wichtigste Ziel ist die Erstellung eines fundierten Strategieentwurfs und einer priorisierten Roadmap, die konkrete, umsetzbare Schritte für die Einführung von KI im Unternehmen aufzeigt, inklusive einer ersten Risikoanalyse bezüglich des EU AI Act.

Welche Rolle spielt die Geschäftsführung in den ersten 90 Tagen?

Die Geschäftsführung ist für die strategische Ausrichtung, die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen und die Schaffung eines klaren Mandats für die KI-Initiative verantwortlich. Ihre aktive Beteiligung ist entscheidend für den Erfolg.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Kosten für eine KI-Strategie bewältigen?

KMU können Förderprogramme wie BAFA, ISB RLP, go-digital oder Digital Jetzt nutzen, um die Kosten für KI-Beratung anteilig bezuschussen zu lassen. Zudem sind für KMU im Falle von Bussgeldern nach dem EU AI Act die jeweils niedrigeren Beträge vorgesehen.

Welche konkreten Risiken des EU AI Act müssen von Anfang an beachtet werden?

Von Anfang an müssen die ab dem 2. Februar 2025 geltenden verbotenen Praktiken (Art. 5) und die ab dem 2. August 2025 geltenden Pflichten für General Purpose AI (GPAI) beachtet werden. Eine frühzeitige Identifikation potenzieller Hochrisiko-Systeme ist ebenfalls essenziell.

Sollte ein Pilotprojekt bereits in den ersten 90 Tagen gestartet werden?

Ein Start des Pilotprojekts in den ersten 90 Tagen ist in der Regel nicht realistisch. Das Ziel ist es, einen konkreten Vorschlag für ein Pilotprojekt zu erarbeiten, das dann in den folgenden Monaten umgesetzt werden kann.

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Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft (Art. 50 EU AI Act).

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