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EU AI Act: KI-Kompetenz-Schulung nach Art. 4 – Formate & Nachweis

Kurz gesagt: Unternehmen sind seit dem 2. Februar 2025 gemäß Art. 4 EU AI Act verpflichtet, ihre Mitarbeiter in KI-Kompetenz zu schulen. Geeignete Formate umfassen Selbstlernkurse, Live-Webinare und Präsenzschulungen. Ein belastbarer Nachweis muss Lerninhalte, Dauer und Lernerfolg dokumentieren, um bei Audits Bestand zu haben.

Der EU AI Act ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und etabliert einen umfassenden Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz in der Europäischen Union. Eine zentrale Anforderung, die bereits seit dem 2. Februar 2025 gilt, ist die Schulung zur KI-Kompetenz gemäß Artikel 4. Diese Pflicht betrifft alle Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, bereitstellen oder nutzen. Die Notwendigkeit einer fundierten Schulung und eines belastbaren Nachweises ist dabei von hoher Relevanz.

Was fordert Artikel 4 des EU AI Act zur KI-Kompetenz?

Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet die Mitgliedstaaten, Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz (AI Literacy) zu ergreifen. Dies schließt die Bereitstellung von Schulungen und Bildungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit und insbesondere für Fachkräfte ein, die mit KI-Systemen arbeiten. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweise, die Risiken und die Chancen von KI zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie sicherstellen müssen, dass ihre Mitarbeiter, die mit KI-Systemen in Berührung kommen – sei es in der Entwicklung, dem Betrieb oder der Nutzung –, über die notwendige Kompetenz verfügen. Diese Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025.

Welche Formate für KI-Kompetenz-Schulungen sind geeignet?

Für die Vermittlung von KI-Kompetenz stehen verschiedene Formate zur Verfügung, die je nach Unternehmensgröße, Lernkultur und spezifischem Bedarf gewählt werden können:

  • Selbstlernkurse (E-Learning): Diese bieten maximale Flexibilität hinsichtlich Zeit und Ort. Sie eignen sich gut für die Vermittlung von Grundlagenwissen und können oft modular aufgebaut werden. Wichtig ist eine didaktisch hochwertige Aufbereitung und die Möglichkeit zur Überprüfung des Lernerfolgs.
  • Live-Webinare: Webinare ermöglichen interaktive Elemente und direkte Fragen an Dozenten. Sie sind ortsunabhängig und können größere Gruppen erreichen, erfordern jedoch eine feste Terminplanung.
  • Präsenzschulungen: Diese bieten den intensivsten Austausch und die Möglichkeit für praktische Übungen. Sie sind besonders geeignet für komplexe Themen oder wenn ein starker Fokus auf Teamarbeit und direkter Interaktion liegt. Der logistische Aufwand ist hier am höchsten.

Eine Kombination dieser Formate kann oft die effektivste Lösung darstellen, um unterschiedliche Lerntypen und Anforderungen abzudecken. Ein Beispiel für eine solche Option ist ein KI-Kompetenz-Zertifikatskurs, der oft verschiedene Lernmodule und Prüfungsoptionen kombiniert.

Was muss ein belastbarer Nachweis der KI-Kompetenz enthalten?

Ein belastbarer Nachweis der KI-Kompetenz ist entscheidend, um bei möglichen Audits oder Prüfungen durch Aufsichtsbehörden die Einhaltung des EU AI Act zu dokumentieren. Ein solcher Nachweis sollte mindestens folgende Informationen umfassen:

  • Inhalt der Schulung: Eine detaillierte Beschreibung der vermittelten Lerninhalte, die die relevanten Aspekte des EU AI Act und der KI-Technologien abdeckt.
  • Dauer der Schulung: Angabe des Umfangs der Schulung in Stunden oder Lerneinheiten.
  • Datum der Durchführung: Wann die Schulung absolviert wurde.
  • Teilnehmerliste: Eine Liste der geschulten Mitarbeiter, idealerweise mit deren Funktion im Unternehmen.
  • Nachweis des Lernerfolgs: Dies kann durch eine bestandene Prüfung, ein Quiz, eine Projektarbeit oder eine Teilnahmebestätigung mit integrierter Erfolgskontrolle erfolgen. Reine Teilnahmebestätigungen ohne Erfolgskontrolle sind weniger aussagekräftig.
  • Ausstellende Institution: Informationen über den Anbieter der Schulung und dessen Qualifikation.

Die Dokumentation sollte zentral und revisionssicher abgelegt werden, um bei Bedarf schnell vorgelegt werden zu können. Eine digitale Verifizierbarkeit des Nachweises kann hierbei von Vorteil sein.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl von Schulungsanbietern achten?

Die Auswahl des richtigen Schulungsanbieters ist entscheidend für den Erfolg der KI-Kompetenz-Maßnahmen. Unternehmen sollten folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Inhaltliche Expertise: Der Anbieter sollte nachweisliche Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz und idealerweise auch im EU AI Act besitzen.
  • Didaktische Qualität: Die Lerninhalte müssen verständlich, praxisrelevant und auf die Zielgruppe zugeschnitten sein.
  • Nachweisbarkeit: Der Anbieter sollte ein System zur Dokumentation des Lernerfolgs und zur Ausstellung belastbarer Zertifikate anbieten.
  • Flexibilität: Die angebotenen Formate sollten zu den Bedürfnissen und der Struktur des Unternehmens passen.
  • Referenzen: Erfahrungen anderer Unternehmen können Aufschluss über die Qualität des Anbieters geben.
  • Kosten und Förderfähigkeit: Die Kosten sollten transparent sein. KI-Beratung und -Schulungen sind unter bestimmten Voraussetzungen über Programme wie BAFA, ISB RLP, go-digital oder Digital Jetzt anteilig bezuschussbar. Es lohnt sich, dies vorab zu prüfen.

Eine sorgfältige Prüfung dieser Punkte hilft, eine langfristig wirksame und rechtskonforme Lösung zu implementieren.

Welche Konsequenzen drohen bei Nichteinhaltung der Schulungspflicht?

Die Nichteinhaltung der Pflichten aus dem EU AI Act kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Obwohl Artikel 4 primär eine Förderpflicht für die Mitgliedstaaten darstellt, ist die mangelnde KI-Kompetenz in Unternehmen ein Indikator für systemische Defizite, die bei Verstößen gegen andere Artikel des AI Act relevant werden können. Insbesondere bei Hochrisiko-KI-Systemen, deren Governance-Pflichten ab dem 2. August 2026 gelten, ist eine fundierte KI-Kompetenz des Personals unerlässlich, um die Compliance sicherzustellen. Bussgelder für Verstöße gegen den EU AI Act können bis zu 35 Millionen Euro oder 7% des weltweiten Jahresumsatzes betragen (für verbotene Praktiken) bzw. bis zu 15 Millionen Euro oder 3% für Hochrisiko-Verstöße. Für KMU gelten dabei jeweils die niedrigeren Beträge. Eine proaktive Schulung und Dokumentation der KI-Kompetenz ist daher eine wichtige Präventivmaßnahme.

Häufige Fragen

Wann ist die Pflicht zur KI-Kompetenz-Schulung nach dem EU AI Act in Kraft getreten?

Die Pflicht zur Förderung der KI-Kompetenz gemäß Artikel 4 des EU AI Act gilt seit dem 2. Februar 2025.

Welche Arten von Schulungsformaten werden für die KI-Kompetenz empfohlen?

Empfohlene Formate umfassen Selbstlernkurse (E-Learning), Live-Webinare und Präsenzschulungen, oft auch in Kombination, um unterschiedlichen Lernbedürfnissen gerecht zu werden.

Was muss ein Nachweis der KI-Kompetenz für ein Audit enthalten?

Ein belastbarer Nachweis sollte den Schulungsinhalt, die Dauer, das Datum, eine Teilnehmerliste, den Nachweis des Lernerfolgs (z.B. durch Prüfung) und die ausstellende Institution umfassen.

Können Unternehmen Förderungen für KI-Kompetenz-Schulungen erhalten?

Ja, KI-Beratung und -Schulungen können unter bestimmten Voraussetzungen über Programme wie BAFA, ISB RLP, go-digital oder Digital Jetzt anteilig bezuschussbar sein.

Welche Rolle spielt KI-Kompetenz bei Hochrisiko-KI-Systemen?

KI-Kompetenz ist entscheidend für die Einhaltung der Governance-Pflichten bei Hochrisiko-KI-Systemen, die ab dem 2. August 2026 gelten, um Compliance-Verstöße und damit verbundene hohe Bussgelder zu vermeiden.

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Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft (Art. 50 EU AI Act).

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